Ettrinarria News

Hier findet Ihr aktuelle News rund um die Ettrinarria. Über weitere Aktivitäten unseres Vereins werdet Ihr auch in unserem Terminkalender informiert.

Jubiläumsnachtumzug in Ettringen

27.02.2017 -

Bei schönstem Wetter und ausgelassener Stimmung feierten rund 20.000 Besucher in ganz Ettringen den großen Nachtumzug.

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Das erste Prinzenpaar der Ettrinarria

15.01.2017 -

Wir, die Ettrinarria, feiern in der bevorstehenden Saison unser 65-Jähriges Jubiläum! Zu diesem Anlass haben wir unsere erste Prinzessin Theresia Willer besucht.

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Ausverkaufter Krönungsball 2017

08.01.2017 -

Ein ausverkaufter Saal, tolle Einlagen, super Stimmung - der Krönungsball der Jubiläumssaison war ein voller Erfolg!

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Shuttle-Service zum Nachtumzug 2017

22.12.2016 -

Der Bustransfer steht, hier gibts weitere Infos.

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Das erste Prinzenpaar der Ettrinarria

15.01.2017

 

Wir, die Ettrinarria, feiern in der bevorstehenden Saison unser 65-Jähriges Jubiläum! Zu diesem Anlass haben wir unsere erste Prinzessin Theresia Willer besucht. Sie war 1952 zusammen mit Wilhelm Fink das erste Prinzenpaar der Ettrinarria. Wir durften ihr ein paar Fragen zum damaligen Fasching stellen:

 

Sie und Herr Fink waren damals das erste Prinzenpaar der Ettrinarria. Wie kam es dazu?

Die ganze Sache entstand aus dem Turnverein heraus. Nach dem Krieg gab es sonst nichts. Wir waren damals ein sehr lustiger Haufen und hatten die Euphorie zum Feiern. Deshalb beschlossen wir eine Faschingsgarde zu gründen. Vom lumpigen Donnerstag bis zum Faschingsdienstag ging der Fasching, wobei wir oft durchgefeiert und auch viel getrunken haben.

 

Wie alt waren Sie und Ihr Prinz?

Ich bin im September 1951 20 Jahre alt geworden und der Prinz war ein Jahr älter.

 

Waren Sie "nur" Prinzenpaar oder auch im wirklichen Leben ein Paar?

Nein, wir waren nur Prinzenpaar. Willi Fink war damals bereits vergeben, seine Freundin traute sich aber nicht Prinzessin zu sein. Mir machte das nichts aus und deshalb sprang ich ein.



 

Was für ein Kleid trugen Sie? Wurde es damals für Sie geschneidert oder war es ein Kleid "von der Stange"?

Es war ein Kleid von der Stange. Für dieses Kleid haben wir aber alle Modegeschäfte in Augsburg und Mindelheim abgeklappert, bis wir dann endlich ein lichtblaues Taftkleid gefunden hatten. Meinem Vater gefiel es überhaupt nicht. Er fand es sah aus wie ein Nachthemd.

 

Wissen Sie noch was ihr Kleid gekostet hat?

25-30 D-Mark. Das war aber für die Nachkriegszeit relativ viel Geld.

 

Was hatte Ihr Prinz an?

Einen weißen Umhang, so einen wie der Nikolaus ihn auch trägt.

 

Hatten Sie damals auch Zepter? Wenn ja, wo kamen diese her?

Der Prinz hatte ein Zepter, ich aber nicht. Das haben sie selber gemacht, aber ich weiß nicht genau woher.

 

Gab es zur damaligen Zeit auch schon eine Prinzengarde mit einem Gardemarsch?

Wie gesagt, es war ja die Gruppe von Turnerfrauen woraus das Ganze entstand. Als Eröffnungstanz wurde Française getanzt. Die Vorführungen waren nicht so wie heute, sondern bestanden hauptsächlich aus Bodenturnen mit Seil, Ball und Keulen.



 

Fanden 1952 in Ettringen auch schon Faschingsbälle statt? Wenn ja, wo?

Die Veranstaltungen von Donnerstag bis Dienstag waren nur in Ettringen. Ab 14:00 Uhr trafen sich die verheirateten Frauen immer in einer anderen Wirtschaft zum Kaffeekränzchen. Abends kamen die Männer dazu. Alkohol gab es erst gegen Mitternacht, aber dafür haben wir oft durchgetanzt.

 

Was unterscheidet die "Bälle" von damals aus Ihrer Sicht zu denen von heute?

Jeder hat mit jedem getanzt, es gab keine Eifersucht. Die Menschen waren auf gleicher Augenhöhe - egal ob arm oder reich - denn nach dem Krieg hatte niemand etwas. Wir waren wie eine große Familie, denn der Ettringer Ortskern von damals war auch nicht so groß wie er heute ist. Und vor allem waren wir dankbar für alles was wir hatten. Das Prinzenpaar hatte den Ball für die Jugend eröffnet und dann hat man einfach nur getanzt.


Hatten Sie einen extra einstudierten Prinzentanz?

Nein, wir wussten ja nicht einmal wie man richtig tanzt. Die Tanzschritte habe ich vom Bäckerlehrlich Hermann Blum gezeigt bekommen und dann mit einem Besenstiel geübt.


Gab es auch schon einen Faschingsumzug?

Ja, den gab es. Die Männer haben einen Wagen gebaut und die Pferde davor gespannt. Mit dem ist man dann von der Dorfmitte bis ins Gut und wieder zurück gefahren. Der damalige Gutsverwalter hat mit Kartoffelschnaps und Most für Stimmung gesorgt. Insgesamt hat man während des Umzuges 1.200 D-Mark gesammelt. Das war für die damalige Zeit sehr viel Geld.




Gab es während des Faschings irgendwelche Blamagen, Ausrutscher oder etwas das absolut schief gelaufen ist?

Nein, darum habe ich mich auch gar nicht gekümmert, denn ich habe mich wenigstens getraut die Prinzessin so machen. Ich sage immer: Wer Blamagen fürchtet, der braucht gar nicht erst anzufangen.


Eine letzte Frage. Bereuen Sie Ihre Zeit als Prinzessin? Welches Fazit haben Sie aus dieser Zeit gezogen?

Nein, ich bereue nichts. Auch meine ganze Jugend nicht. Es war insgesamt eine unbeschwerte Zeit nach dem Motto: Lebe den Tag, lebe die Situation. Ich glaube auch heute noch, dass junge Leute unbeschwert sein müssen. Unbeschwert, geradlinig, ohne jemanden in Verlegenheit zu bringen.


Vielen Dank an unsere erste Prinzessin für das nette Gespräch.

Darauf ein dreifach donnerndes: Ettrinarria - Hurra, Ettrinarria - Hurra, Ettrinarria - Hurra!!

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